Am Wochenende war ich auf der Beisteineralm im Liesingtal. Die Alm wird von Lisi und Thomas bewirtschaftet. Mit ihnen leben da oben noch 17 Kühe, 4 Hühner mit frisch geschlüpftem Nachwuchs und drei ziemlich entspannte Rennschweine.

Ihr Tag beginnt um 5 Uhr früh. Nach Kaffee und kleinem Frühstück geht Lisi als erstes in den Stall – die fünf Kühe melken und ausmisten. Thomas rührt derweil im Butterfass (zum Glück mechanisch) den Rahm zur Butter, die er dann in schön geschnitzte, mit alpenländlichen Motiven verzierte Holzformen drückt. Nebenbei rennt die Zentrifuge auf Hochtouren. Die Rohmilch wird in Rahm und Magermilch getrennt, die Lisi eimerweise im 15-Minuten-Takt bringt. Diesen Teil darf ich für sie heute übernehmen.

Wenn dann der Stall sauber, die letzte Kuh gemolken, die Butter verpackt in den Erdkeller gebracht und das Vieh auf die Alm getrieben ist, ist es ungefähr 9 Uhr. Wenn ihr jetzt glaubt, dass sich die beiden nun ein bisschen ausruhen können, muss ich euch leider enttäuschen. Jetzt beginnt nämlich eine zweistündige Putzorgie, weil ja alles, was zur Herstellung von Milchprodukten gebraucht wird, auch gereinigt werden muss. Und man braucht seeeeehr viel Zeugs.

Das Ganze spielt sich dann auch am Abend ab, nur dass Thomas die Stallarbeit und das Melken übernimmt und sich Lisi der Herstellung von Steirakas widmet. Dazwischen wird noch die Hausarbeit erledigt, Milch für die Käseproduktion erwärmt, Wäsche gewaschen, Kuchen gebacken, und dann kommen auch mal hungrige Wanderer vorbei, die man schließlich auch nicht im Trockenen sitzen lassen will. Dann ist da noch das Jungvieh, das ihre Sommerferien auf der Alm verbringt, nicht zu vergessen die drei Schweine und die Hühner, die auch ihre Zuneigung einfordern. Holz für die zwei Öfen holen, und und und… Man möge meinen, es gibt kein Ende.

Doch, so zwischen 20 und 21 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Bis wir hinter der Hütte eine Kuhglocke hören. Das Jungvieh ist da, das eigentlich gar nicht da sein sollte, somit ist die Ruhe für Lisi und Thomas schon wieder vorbei. Sie ziehen sich die Bergschuhe an, die sie erst vor zehn Minuten ausgezogen haben und treiben das Vieh in wunderschönem Abendlicht wieder auf die Alm. Danach wird es dann wirklich ruhig, wir trinken noch ein leckeres Getränk und fallen endlich ins Bett.

Wer das Ganze live erleben und auch mal richtig anpacken will, der kann das gerne tun. Auf der Hütte gibt es ein paar Schlafplätze. Richtige Genießer können sogar am Heuboden über den Kühen nächtigen. Lisi und Thomas freuen sich über Besuch.

Reini Wenzel

Tourdaten:

Die Hütte liegt auf 1620 m und ist in einer Stunde leicht zu erreichen.

Distanz: 2 km und 500 hm. Weitere Infos

Weitere Touren ab der Hütte (Angaben hin und zurück):

Kerschkern (2227m): 4 Stunden, 10 km, 850 Hm. Weitere Infos

Himmeleck (2096 m): 2:30 Std, 5,5 km, 600 hm. Weitere Infos 

Fotos:

(c) Reinhold Wenzel

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